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Sauvignon Blanc gehört zu den Sorten, die weltweit am meisten verbreitet sind. Außer in der Antarktis ist er heute auf jedem Kontinent prominent vertreten und hat fast überall seine Hochburgen. Im deutschsprachigen Raum waren das bislang vor allem die Steiermark und Südtirol. Doch wie sieht es mit Deutschland selbst aus?

Die Anbaufläche steigt zumindest so schnell wie bei keiner anderen Sorte im Land. Allein zwischen 2012 und 2022 ist sie von 700 auf ganze 1.900 Hektar gewachsen. Jene machen zwar nur knapp zwei Prozent der gesamten Rebfläche in Deutschland aus, aber ein Blick auf die Weinkarten von Händlern und Restaurants zeigt, dass die heutige Bedeutung des Sauvignon Blanc entschieden größer ist, als es die paar Prozent Produktionsanteil suggerieren. Zum Vergleich: Müller-Thurgau gibt es sechsmal so viel, doch über ihn redet kein Mensch (was man durchaus beklagen kann, aber das ist ein anderes Thema).

Für die Bezeichnung „Hochburg“ reicht es in Deutschland trotzdem nicht. Dafür sind die Produzenten, die sich explizit für die Sorte einsetzen, noch zu wenige, auch ein klares Profil fehlt bislang. Die Stilrichtungen reichen vom einfachen, süßlich-banalen Allerweltswein, der in Deutschland aus allen erdenklichen Sorten so oder so ähnlich immer und überall gekeltert wird, über den knapp reifen, grasigen, aromatisch eher lauten Typ bis zu deutlich feineren, geschliffeneren und eleganteren Versionen. Dazu kommen die kraftvollen Vertreter mit mehr oder weniger deutlichen Fasstönen.

Auch wenn die grasig-laute Version ihre Fans hat, sind es am Ende doch die beiden Letztgenannten, mit denen sich die deutschen Winzer im internationalen Vergleich behaupten können. Denn die Qualitäten können sich inzwischen sehen lassen, wie unsere aktuellen Verkostungen eindrucksvoll belegen. Einige Pioniere, vor allem aus Württemberg und der Pfalz, fallen schon seit Jahren mit bemerkenswertem Sauvignon Blanc auf, inzwischen ziehen immer mehr Winzer nach. Auch aus Rheinhessen, Baden und sogar Franken kommen inzwischen exzellente Weine. Das Weltklasse-Niveau, das die allerbesten Steirer regelmäßig und einzelne Südtiroler zumindest immer wieder erreichen, mag im Moment noch eine Spur zu hoch hängen, aber einige der deutschen Produzenten strecken sich schon in diese Richtung.

Rund 300 Sauvignon Blancs haben wir in diesem Jahr bislang aus Österreich, Deutschland und dem Norden Italiens probiert. Nicht alle Produzenten sind unserer Einladung gefolgt, sodass einige wichtige Vertreter aus allen drei Regionen bislang fehlen. Wir reichen die Ergebnisse später im Jahr angestellter Weine nach.

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